Zuwachs für Pfarrgemeinderat St. Michael in Igersheim gesucht

Der Pfarrgemeinderat der katholischen Kirchengemeinde St. Michael benötigt dringend personellen Zuwachs. Am 20. Juni findet eine außerplanmäßige Wahl statt.

Rund 2500 Katholiken gib es in Igersheim (hier die Pfarrkirche St. Michael). Der Pfarrgemeinderat benötigt dringend personellen Zuwachs. Bis Sonntag können sich Interessenten, die Verantwortung übernehmen wollen, noch melden. (Foto: Klaus T. Mende)

Ein Kapitän (Ortsgeistlicher) steht zurzeit nicht am Steuerrad und auch die Mannschaft (Pfarrgemeinderat) des Schiffes ist augenblicklich arg dezimiert. Dennoch hat der Kahn genügend Tiefgang, um auf keiner Sandbank aufzuliegen und einigermaßen gut und sicher, in einer unruhigen Zeit, durch die Gewässer zu steuern. Dies ist in erster Linie dem tatkräftigen Einsatz der aktuellen Crew inklusive personeller Unterstützung am Ruder von benachbarten Schiffen (Seelsorgeeinheit Bad Mergentheim) zu verdanken. Dennoch würde sich die Besatzung über mehr Manpower freuen. Denn es lässt sich zweifellos leichter schippern, wenn die Verantwortung auf mehreren Schultern verteilt werden kann.

In der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael ist, außerhalb von Corona, während des Kirchenjahres eigentlich viel geboten – für jeden Geschmack. Doch auf einem Gebiet besteht akuter Handlungsbedarf. Der Pfarrgemeinderat als zentrales Leitungsteam benötigt dringend Zuwachs. Auf vier stimmberechtigte Mitglieder plus eine beratende Person ist der Kreis mittlerweile nämlich zusammengeschmolzen – im optimalen Fall wären es bis zu einem Dutzend ehrenamtliche Funktionsträger.

Deswegen sind die Katholiken am Sonntag, 20. Juni, außerplanmäßig zu den Urnen aufgerufen. Es gilt, einen neuen Pfarrgemeinderat zu wählen, nachdem es 2020 nicht gelungen war. Dies sollte prinzipiell auch kein Problem darstellen. Sorgen bereitet den Zuständigen allerdings der Umstand, genügend Gläubige zu finden, sich dafür aufzustellen – und hierbei hapert es noch. Viel Zeit ist jedoch nicht mehr, wie Karl Schenk und Marlid Baumann-Hauser im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten hervorheben. Wer sich dazu berufen fühlt und Spaß hat, aktiv an der Kirchenbasis mitzuwirken und zu gestalten, kann sich nur noch bis spätestens Sonntag, 2. Mai, verbindlich im Pfarrbüro (Telefon 07931/2296 oder E-Mail StMichael.Igersheim@drs.de) melden. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – und das derzeit amtierende Pfarrgemeinderatsquintett würde jeden, der ernsthaft interessiert ist, dabei zu sein, mit Handkuss nehmen.

Schenk und Baumann-Hauser sind trotz des personellen Engpasses im Gremium hochmotiviert bei der Sache. „Zumal wir ein aktives Gemeindeleben haben”, betonen beide. Wichtig sei, das die Beschlussfähigkeit trotz aller Umstände garantiert sei.

„Bringen Sie sich ein und helfen Sie mit, für die nächsten vier Jahre das Leben in der katholischen Kirchengemeinde St. Michael mitzugestalten und zu prägen”, steht in einem Flyer. Jetzt hoffe man, dass sich der eine oder andere den berühmten Ruck gebe. Das Engagement sei doch überschaubar: Etwa zehn Ratssitzungen/Jahr, Mitarbeit in einem Ausschuss oder Unterstützung bei verschiedenen Anlässen wie Missionsfest, Fronleichnam, Gottesdiensten oder Gemeindefest – diese Zeit müsste investiert werden.

Womit beschäftigt sich das Gremium? Mit Aktuellem aus Kirche/ Gesellschaft, Gestaltung des Gemeindelebens, Finanz- und Personalentscheidungen, Sorge um kirchliche Gruppen/Gebäuden, pastorale Begleitung der Kindergärten, Gottesdienste/Spiritualität, Gemeinschaftspflege zu den Teilgemeinden der Seelsorgeeinheit, Zusammenarbeit im Dekanat oder Kontakt zur evangelischen Nachbargemeinde.

„In jedem Fall sind die Möglichkeiten vielfältig und abwechslungsreich”, betonen die beiden Räte. Jetzt liegt es an Personen aus dem Kreis der 2500 Katholiken in Igersheim zu überprüfen, ob Bereitschaft zu einer Mitarbeit stehe. Dann sollte das Schiff auch in Zukunft alle Hindernisse gut meistern können.

Klaus T. Mende, Fränkische Nachrichten, 29.04.2021, www.fnweb.de