Connection timed out Erwartungen wurden übertroffen : Dekanat Mergentheim

Erwartungen wurden übertroffen

Inklusion Kindergarten St. Johannes Bad Mergentheim und Andreas-Fröhlich-Schule Krautheim kooperieren seit über einem Jahr sehr erfolgreich

Funktionierende Inklusion: Ein „Braunbärenmädchen” umsorgt ein „Eisbärenmädchen” im Kindergarten St. Johannes. Seit über einem Jahr besteht eine Kooperation mit der Andreas-Fröhlich-Schule Krautheim. (Foto: Kindergarten)

Der Kindergarten St. Johannes Bad Mergentheim und die Andreas-Fröhlich-Schule Krautheim kooperieren seit über einem Jahr mit einer Inklusionsgruppe. Die Erwartungen wurden übertroffen.

Die Andreas-Fröhlich-Schule ist eine staatlich anerkannte private Schule, die sich der individuellen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsverzögerungen, Körper- und Mehrfachbehinderungen widmet. Für die Kirchengemeinde zeichnet hier verantwortlich der Kindergarten St. Johannes mit seiner Leiterin Sylvia Schmezer und ihrem Team, der mit seiner Kleingruppe der Bären (zwölf Kinder) einen idealen Ausgangspunkt für eine Inklusionsgruppe bot.

Ziel einer solchen Inklusion ist das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Die inklusive Grundhaltung beruht auf Respekt, Achtung und Wertschätzung. Einzigartigkeit und Verschiedenheit der Kinder werden erkannt und anerkannt; Möglichkeiten für gemeinsames Spielen und Lernen eröffnet.

Mit zwei „Eisbären” begann vor gut einem Jahr die Arbeit. Heute besteht die Bärengruppe aus sechs Eisbären und zwölf Braunbären. Der anfänglichen Unsicherheit bei Personal und Eltern ist eine große Selbstverständlichkeit im Umgang miteinander und untereinander gefolgt. Das Miteinander ist von einer großen Gelassenheit sowohl auf der Seite der Erzieherinnen als auch auf Kinderseite geprägt. Neue Ansätze, Ideen und Vorhaben fanden ihren Weg, dank der großen Offenheit und Flexibilität des Teams überraschend unkompliziert.

So stellte die Aufstockung des Personals noch die größte Herausforderung dar, wie Kindergartenleiterin Silvia Schmezer herausstellt. Zur Gruppenleiterin Uta Hagmaier kam zunächst die Fachlehrerin Mareike Schmieg, die von Anfang an für die Eisbären zuständig ist. Zusätzlich kamen mit der Aufnahme von vier weiteren Eisbären Karen Hartmann-Mathes als Sozialpädagogin, (sie hat auch die verantwortliche Leitung), Inge Dürr als Physiotherapeutin, Stefanie Munz als Sonderpädagogin, als betreuende Kraft Karin Gwinner und FSJ-Praktikantin Svea Teßmann. Alle fühlen sich mittlerweile als ein Team und führen regelmäßige Besprechungen durch.

Vieles wird gemeinsam unternommen und ist in der Zwischenzeit zur Selbstverständlichkeit geworden. Eine Teilhabe aller Kinder ist mit viel Kreativität und der Bereitschaft zu Kompromissen bislang fast immer gelungen. Dass nicht immer alles gemeinsam sein muss, musste allerdings auch erst gelernt werden. Die Themen des Kindergartens im Jahreskreis werden mit allen Sinnen erfahrbar gemacht. Hierbei entwickeln die Braunbären-Kinder neue überraschende Interessen. Sie lernen die Regeln für den Umgang mit den beeinträchtigten Kindern schnell und erziehen sich gegenseitig. Ein Braunbärenkind dazu: „Wir können helfen und auf Eisbärenkinder aufpassen.” Ein anderes: „Ich finde toll, dass ein Eisbärenkind mit seinem Rollstuhl überall hinkommt, wo es nicht hinlaufen kann.”

„Ganz toll ist auch, dass manche Eisbärenkinder hier laufen und auch sprechen gelernt haben.” Die Braunbärenkinder bringen neue Ideen für Angebote für die Eisbärenkinder ein. Auch wurden sie im Umgang miteinander achtsamer und interessierter, manches Kind auch gelassener, wenn in der Bauecke zum Beispiel mal etwas umstürzt. Die Eisbärenkinder erhalten wertvolle Anregungen und liebevolle Aufmerksamkeit der Braunbärenkinder. Ein Eisbärenkind sagt dazu: „Ich finde es gut, dass es hier so viele verschiedene Spielkameraden gibt.” Ein anderes: „Ich mag es sehr, mit den anderen Kindern Ball zu spielen oder zu basteln.” Gemeinsame Feste in der Gruppe gefallen natürlich allen Bärenkindern. Die Kinder stecken sich in ihrer Fröhlichkeit und Lebendigkeit gegenseitig an.

Das erleben auch die Eltern der Bärenkinder. Die Eisbäreneltern erleben ihre Kinder als offener, zugänglicher, selbstbewusster und auch belastbarer. Die Braunbäreneltern berichten, dass ihre Kinder hilfsbereiter, gelassener, auch den eigenen Geschwistern gegenüber und aufgeschlossener sind. Sie erleben den Umgang ihrer Kinder mit den Kindern mit Beeinträchtigung als selbstverständlich, unbefangen und bereichernd.

Abschließend könne festgestellt werden, dass das Projekt Inklusionsgruppe auf der ganzen Linie erfolgreich sei, heißt es in einer Pressemitteilung des Kindergartens. Die Erwartungen seien sogar noch übertroffen worden. Bei so viel positiver Rückmeldung bleibe nur noch der Wunsch nach weiteren Kooperationspartnern im Kreis, sowie einer Weiterführungsmöglichkeit dieser Inklusionsgruppe über den Kindergartenzeitraum hinaus in die Grundschule.

Fränkische Nachrichten, 17.05.2017, www.fnweb.de