Andreas Steffel steht künftig an der Spitze

Katholische Erwachsenenbildung, Dekanat Mergentheim: Bei der Einrichtung gab es einen personellen Wechsel

Bei der Verabschiedung des bisherigen und der Einsetzung des neuen Leiters der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) im Dekanat Mergentheim (von rechts): Franz-Walter Schmidt, Pfarrer Burkhard Keck, Dr. Angela Weiß, Andreas Steffel, Christine Höppner, Dr. Michael Krämer und Nicole Leber. (Foto: Peter D. Wagner)

Gleich zwei Personen standen im speziellen Mittelpunkt eines Festaktes der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB,) Dekanat Mergentheim, unter dem Motto „Stabwechsel”.

Dabei wurden im Bad Mergentheimer Mittelstandzentrum feierlich zum einen der bisherige Leiter Franz-Walter Schmidt offiziell verabschiedet und zum zweiten sein Nachfolger Andreas Steffel gleichsam offiziell in das Leitungsamt der Katholischen Dekanats-Erwachsenenbildung eingesetzt.

Abschied nehmen
„Heute heißt es zum einen 'Adieu' und zum anderen 'Grüß Gott' zu sagen”, betonte der Laudenbacher Pfarrer Burkhard Keck in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins KEB Dekanat Mergentheim. Im Beisein zahlreicher Ehrengäste, unter anderem OB-Vertreterin Manuela Zahn, Dekan Ulrich Skobowski sowie Vertretern zum Beispiel von Schulen und weiteren Einrichtungen würdigte Keck das Engagement und Wirken Schmidts für die KEB.

Schmidt könne Menschen Ideen vermitteln, als seien es ihre eigenen, meinte Dr. Michael Krämer, ehemaliger Leiter der KEB Diözese Rottenburg-Stuttgart, zu Schmidts Verabschiedung. Dieser habe sich von Anfang an besonders für kulturelle Bildung eingesetzt. Dazu hätten unter anderem Ausstellungen in Kirchen gezählt, die für Besucher gewöhnungsbedürftig gewesen seien. Vor allem habe sich Schmidt der KEB stets sehr verpflichtet empfunden. „Ich habe mich in Bad Mergentheim überaus wohl gefühlt, auch wenn mancher Weg heftig war wie etwa die Neueinrichtung des Bildungswerkes”, berichtete Schmidt. Zugleich dankte er allen Akteuren für die Unterstützung und Ideen.

Nahezu 30 Jahre
„In nahezu 30 Jahren haben Sie die Geschicke der KEB an verschiedenen Orten in der Diözese geleitet und geprägt sowie sich vor allem auf dem Feld der Kunst und Kultur mit verschiedenen Projekten und Initiativen der KEB äußerst erfolgreich zu Wort gemeldet”, hob Christine Höppner, seit Jahresbeginn amtierende Leiterin der KEB in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, an Schmidt gerichtet hervor. Diesem sei es in großen Teilen zu verdanken, dass sich die KEB in Bad Mergentheim so erfolgreich entwickelt habe. „Ein Erfolg als Zusammenwirken von Vielen, jedoch eben auch ganz wesentlich getragen von Ihnen”.

Erfahren und engagiert

„Mit Ihnen gewinnt die KEB einen erfahrenen und besonders engagierten Fürsprecher”, meinte Höppner dem neuen KEB-Leiter gegenüber, der seit über zwei Jahrzehnten als Lehrer in Bad Mergentheim arbeite und seit Ende der 90er Jahre ehrenamtlich im Vorstand der Mergentheimer KEB gewirkt habe. „Bessere Voraussetzungen gibt es gar nicht”, zeigte sich die KEB-Leiterin der Diözese überzeugt. Gleichzeitig versicherte sie Steffel einen starken Rückhalt im Vorstand, im Dekanat und in der Diözese.

Bei Betrachtungen, was die Deutschen in ihrer Freizeit machen würden, stelle sich heraus, dass alles „out” sei, das einen „langen Atem” brauche, meinte Steffel, der je zur Hälfte als KEB-Leiter und als Lehrer an der Kaufmännischen Schule in Bad Mergentheim arbeitet. Besonders die Bereiche Kultur, Bildung und Ehrenamt müssten sich wohl ernsthaft Sorgen machen. „Erwachsenenbildung ist also keine Wachstumsbranche”, resümierte der seit Februar neue Leiter der KEB in Bad Mergentheim.

Dennoch solle man nicht gleich „die Flinte ins Korn” werfen. Denn wenn man Wachstum nicht rein auf quantifizierbare und messbare Zahlen und Statistiken beschränke, sondern eher qualitativ definiere, sei Wachstum unter anderem, wenn Urteilskraft gestärkt werde, eine Kultur des Dialogs entstehe, der Mensch sein Leben sinnerfüllt zu leben sowie menschliche Potenziale entdeckt und gehoben würden.

KEB hat Zukunft

„Wenn man Wachstum auf diese Weise versteht, dann kann die KEB doch Zukunft haben”, zeigte sich Steffel zuversichtlich. „Als Bildungsreferent möchte ich mein Scherflein beitragen und diese Orientierung hochhalten”, unterstrich er. Zudem wolle er daran mitwirken, dass in der KEB „auch drin ist, was drauf steht”. Dies werde nicht ohne Bewegung und Dynamik gehen. „Ich bewege mich gerne, und bewege mich gerne auf alle zu, denen Erwachsenenbildung wichtig ist sowie die guten willens sind, gemeinsam zu überlegen, zu gestalten und tatkräftig umzusetzen”.

Dr. Angela Weiß (Igersheim), stellvertretende Vorsitzende der KEB im Dekanat Mergentheim, würdigte abschließend speziell das hohe Engagement von Verwaltungsmitarbeiterin Nicole Leber, die in zwischendurch schwierigen Zeiten viele besondere Aufgaben übernommen und gemeistert habe.

Musikalische Umrahmung

Für eine musikalische Umrahmung des Festaktes sorgten Simon Kuchmayer aus Igersheim an der Trompete und Raphael Stauch aus Assamstadt am Piano, beide Schüler der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim.

Die Katholische Erwachsenenbildung Dekanat Mergentheim präsentiert am Mittwoch, 15. März um 19.30 Uhr im Bad Mergentheimer Mittelstandzentrum (Johann-Hammer-Straße 24) einen Vortrag und Film-Momente des Schweizer Autors und spirituellen Begleiters Pierre Stutz mit dem Titel „Geh hinein in deine Kraft - sieben Ermutigungen zur Stärkung des inneren Wachstums”.

Peter D. Wagner, Fränkische Nachrichten, 27.02.2017, www.fnweb.de