18.12.15

Ein Licht in dunkler Nacht

Adventskonzert im Münster: Der freudigen Erwartung auf das bevorstehende Christfest vielstimmig Ausdruck verliehen

Ein tolles Adventskonzert erlebten die Besucher in der Kurstadt

Bad Mergentheim. „Schön, dass unser Münster so voll geworden ist,” begrüßte Schwester Katharina die Konzertbesucher, die sich erwartungsvoll im Münster St. Johannes zu einer besinnlichen Adventsstunde mit dem Ensemble „musica sacra”, dem Jugendchor St. Johannes, dem Münsterchor und den Gesangssolisten Amelie Petrich (Sopran), Herbert Hock (Tenor) und Marcel Brunner (Bass), eingefunden hatten.

Schon Tradition hat dieses Konzert am dritten Adventssonntag, dem Sonntag Gaudete, der besonders unter dem Vorzeichen „Freuet euch” steht. So soll sich das adventliche Warten, das Harren auf das Kommen des Herrn allmählich in die Freude wandeln, in die freudige Erwartung, in die Gewissheit, „Ja, er kommt”. Die ausgewählten Musikstücke beziehen sich ganz auf diese Erwartungshaltung: „Machet die Tore weit,...dass der König der Ehren einziehe” und „Wachet auf, ruft uns die Stimme”. Aber auch der Aufruf, nicht nur mit einem Licht bereit zu sein, sondern selber Licht zu werden, wurde in der Musik aufgegriffen: „Mache dich auf und werde Licht” und fand sich auch in den von Schwester Katharina vorgetragenen Texten: ” . . . Komm du in unsere Welt, die aus den Fugen geraten ist, in der so viele Menschen Angst haben und in Sicherheit leben wollen. Komm du in unsere Welt und schenke uns dein Heil. Wir brauchen dein Licht, wir brauchen dich....”

Im „Friedenslicht von Bethlehem”, welches anschließend hereingetragen wurde, bekommt diese Botschaft ein sichtbares Zeichen. Während das Friedenslicht ausgeteilt wurde, stimmten Chor und Gemeinde in den Choral „Herr, send herab uns deinen Sohn” ein.

„Freut euch im Herrn zu jeder Zeit. Der Herr ist nahe” griffen die Chöre dann den Text der Lesung noch einmal in englischer Sprache auf, bevor Schwester Katharina einen sehr nachdenklich stimmenden Text von Silja Walter las: „Wachen ist unser Dienst”. „Jemand muss zuhause sein, Herr, wenn du kommst.”

Dann erklang die Kantate BWV 140, die dem Konzert den Namen gab, „Wachet auf, ruft uns die Stimme” von Joh. Seb. Bach. Noch einmal fand die freudige Erwartung ihren Ausdruck in den verschiedenen Textstellen dieser Kantate.

Langanhaltender Beifall belohnte die Chöre, das Ensemble musica sacra mit seinen Solisten Matthias Knauff (Violine), Lukas Rudolph (Kontrabass) und Christine Stribel-Berge (Oboe) und vor allem Kirchenmusikdirektor Michael Müller, der die Gesamtleitung hatte.

Der Dank des Publikums zeigte sich anschließend auch in den bereitgehaltenen Spendenkörbchen, deren Inhalt zur Deckung der Kosten, aber auch für die neue Orgel im Münster verwendet wird. Die Aktion Friedenslicht gibt es seit 1986. Sie wurde vom Österreichischen Rundfunk (ORF) ins Leben gerufen. Jedes Jahr entzündet ein Kind das Friedenslicht an der Flamme der Geburtsgrotte Christi in Bethlehem. Seit 22 Jahren verteilen die vier Ringverbände (BdP, DPSG, PSG und VCP) gemeinsam mit dem Verband Deutscher Altpfadfindergilden (VDAPG) das Friedenslicht in Deutschland ab dem 3. Advent. Im Rahmen einer Lichtstafette wird das Licht in Deutschland an über 500 Orten an „alle Menschen guten Willens” weitergegeben.

Die Friedenslichtaktion 2015 steht in Deutschland unter dem Motto: „Hoffnung schenken - Frieden finden” und will damit Zeichen für Gastfreundschaft und für Menschen auf der Flucht setzen.


Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 16.12.2015, www.fnweb.de