17,7 Millionen Euro für neues Pflegeheim

Katholische Kirche - Spatenstich für neues „Carolinum” im Stadtquartier „Maria Hilf” / Fertigstellung im Frühjahr 2023 angepeilt / „Besondere Form des Miteinanders”

Gemeinsamer Spatenstich für das neue Pflegeheim „Carolinum”, das „wichtigste Bauprojekt der katholischen Kirchengemeinde und der angegliederten Stiftung der letzten 40 Jahre”, so Peter Striffler. (Foto: Sascha Bickel)

Das bisherige Pflegeheim „Carolinum” wird durch einen 17,7 Millionen Euro teuren Neubau an der Ecke Alemannenweg/Friedhofstraße langfristig ersetzt. Jetzt erfolgte der feierliche Spatenstich.

Bad Mergentheim. „Es handelt sich um das wichtigste Bauprojekt der katholischen Kirchengemeinde Bad Mergentheim und der angegliederten Stiftung der letzten 40 Jahre”, stellte Peter Striffler, der Leiter des Katholischen Verwaltungszentrums, anlässlich des Spatenstichs am Freitagnachmittag inmitten der großen Baugrube fest.

Pfarrer Ulrich Skobowsky (ehemals Dekan) freute sich unheimlich, dass so kurz vor seinem Abschied aus Bad Mergentheim, an diesem Wochenende, noch der nächste große Schritt im „Quartier Maria Hilf“, in direkter Nachbarschaft zum neuen, noch im Bau befindlichen Großkindergarten und zum neuen Stadtkloster, erfolge. Oberbürgermeister Udo Glatthaar sprach von einem „gewaltigen Zukunftsprojekt” und einem „besonderen Glücksfall” für die Kurstadt.

Ein weiter Weg
„Es war ein weiter Weg bis heute, aber der Weg ist natürlich heute nicht zu Ende, sondern der Weg beginnt hier neu, ganz besonders für die Menschen, die tagtäglich im neuen Carolinum ein- und ausgehen werden“, leitete Peter Striffler sein Grußwort ein und erklärte zudem: „Wir feiern hier den Spatenstich für ein neues Pflegeheim ’Carolinum’ für 90 Bewohner, welches langfristig die Versorgung der alten Menschen in der Stadt sichern soll. Die ersten Planungen dazu wurden bereits 2016 begonnen.

Hauptanlass war die Situation, dass ein größerer Anbau zum bestehenden Pflegeheim aufgrund der Heimbauverordnung geplant war, und im Anschluss daran die komplette Sanierung des bestehenden ’Carolinums’.

Gleichzeitig stand die katholische Kirchengemeinde vor der großen Herausforderung, dass der vierzügige Kindergarten ’Maria Hilf’ (bislang in der Friedenstraße) so marode war, dass eine Sanierung dieses Gebäudes nur mit sehr hohem Aufwand leistbar gewesen wäre, und in Absprache mit der Stadt eher ein Neubau als Ersatz entstehen sollte.“ Striffler weiter: „Hinzu kam noch, dass im Bereich des heutigen Stadtklosters feststand, dass die Kapuzinerpater weggehen, das Internat erweitern möchte und verschiedene andere Veränderungen innerhalb der kirchlichen Strukturen anstanden. Um eine vernünftige, zukunftsorientierte und tragfähige Standortkonzeption für alle Einrichtungen der katholischen Kirchengemeinde Bad Mergentheim, inklusive ihrer Stiftung, voranzubringen, wurde die Idee geboren am heutigen Standort das ’Quartier Maria Hilf’ ins Leben zu rufen.”

Quartier-Gedanke

Die Idee sei in diesem Quartier „alle Menschen aller Altersgruppen, Konfessionen und Bedürfnisse zusammen zu bringen”. Durch dieses Quartier eröffneten sich „bislang ungeahnte Möglichkeiten in Kooperationen, Begegnungen und auch Vorteile für alle Menschen die hier leben“, so Striffler, der die Inbetriebnahme des neuen Großkindergartens „Maria Hilf” (sechs Gruppen und 120 Plätze) für nach den Herbstferien und einen Tag der offenen Tür für 27. November ankündigte.
Wieder Bezug nehmend auf das neue „Carolinum”, sagte Striffler, dass hier „ein Gebäude entsteht, welches den neuesten Anforderungen an einen Pflegeheimbau Rechnung trägt und wegweisend für die Zukunft sein wird”. Sein ausdrücklicher Dank gelte allen Planern und Partnern, aber auch der Stadtverwaltung für die „wirklich hervorragende Zusammenarbeit”. „Ich hoffe”, so Striffler, „dass wir spätestens in zweieinhalb Jahren, also im Frühjahr 2023, hier wieder stehen können, und dann die Einweihung des neuen Gebäudes begehen können”.

Dass der neue, große Kindergarten an der Ecke Marienstraße/Würzburger Straße in knapp drei Monaten fertiggestellt und bezugsfertig sein soll, hörte OB Udo Glatthaar aufgrund der anhaltend großen Nachfrage nach Betreuungsplätzen sehr gerne und er würdigte in seinem Grußwort die großen Anstrengungen der Kirchengemeinde das gemeinsame Quartier mit einem neuen Alten- und Pflegeheim voranzubringen, Generationen zu verbinden und „eine besondere Form des menschlichen Miteinanders zu ermöglichen”.

Vier Ebenen

Auf die Qualitäten des Pflegeheim-Neubaus für 17,7 Millionen Euro ging Planer Gerhard Pfundt von „Bauwerk 4” ein und berichtete von 7500 Kubikmetern Erdreich, die bislang ausgehoben und entfernt wurden – und einem geplanten, umbauten Raum von 25 400 Kubikmetern.

Das Gebäude werde in Massivbauweise mit vier Ebenen erstellt. Im Untergeschoss sind die Umkleide-, Lager-, Funktions- und Technikräume geplant. Hier befinden sich auch ein Multifunktionsraum/Kapelle und die Tiefgarage, mit den Räumen für Lager und Entsorgung wieder. Die Wohn- und Nutzflächen sollen 6267 Quadratmeter betragen. Das Gebäude erhält aus Gründen des sommerlichen Wärmeschutzes als letzte Decke eine Stahlbetonmassivdecke, bekiest. Auf dem Flachdach wird zudem eine Photovoltaikanlage errichtet.

Heimleiterin Regina Scherer richtete ihren Dank an alle Beteiligten und besonders an den fleißigen Bauausschuss der Kirchengemeinde. Die Mitarbeiter des Carolinums und deren Bewohner würden sich sehr auf den Neubau, der vieles erleichtern werde, freuen.

Sascha Bickel, Fränkische Nachrichten, 25.07.2020, www.fnweb.de