04.04.16

Auch im 60. Jahr äußerst agil

Kolpingsfamilie Markelsheim: Hauptversammlung / Verdiente Mitglieder ausgezeichnet

Treue Mitglieder der Kolpingsfamilie Markelsheim: Im Bild (von links) das Leitungsteam Marta Kimmelmann und Walter Wendel, die anwesenden Geehrten Susanne Kimmelmann-Fischer (25 Jahre Mitglied), Gabi Rabe, Johann Randolt und Beate Schober (40 Jahre) sowie Präses Pater Basil. (Foto: Thomas Weller)



Markelsheim. Mit 60 Jahren noch äußerst agil - so kann die Markelsheimer Kolpingsfamilie umschrieben werden.

In der Hauptversammlung der 1956 gegründeten Vereinigung wurde ein beeindruckender Rückblick auf viele Aktivitäten gehalten, die auch guten Zwecken dienten. Walter Wendel begrüßte eine stattliche Anzahl Mitglieder im katholischen Gemeindehaus und Marta Kimmelmann, die mit ihm das Leitungsteam bildet, streifte einige Höhepunkte des Vereinsjahres, von der Waldführung mit Eugen Blank über die Tradition des Maibaumstellens und der Weinbrunnenbewirtung beim Weinfest übers Kolping-Straßenfest und den Kolpinggedenktag bis hin zum Jahresausflug an den Lago Maggiore.

Fünf der 15 000 Besucher des Kolpingtages in Köln kamen aus Markelsheim, berichtete Marta Kimmelmann weiter, die zudem die Spenden an die Jugendhilfe anlässlich eines Besuchs der Einrichtung in Creglingen sowie an die Markelsheimer Grundschule erwähnte. Dank sagte sie Präses Pater Basil, der die Gemeinde mit lebendigen Predigten erfreue, und im Kolping-Jahresprogramms mit einem Vortrag über sein Heimatland Nigeria beeindruckte.

Schriftführerin Gabi Rabe zeigte, wie aktiv die Gemeinschaft der Kolpingsfamilie ist. Kaum eine Woche im Jahr ohne Programm: Nicht weniger als 37 Unternehmungen zählte sie auf, neben den größeren Terminen immer wieder Radausfahrten, Treffen zum Dämmerschoppen, Wanderung oder Kegelabend - und sieben Ausschusssitzungen.

94 Mitglieder hat die Kolpingsfamilie aktuell, berichtete Thomas Kimmelmann. Bei seinem Kassenbericht wurde deutlich, dass an traditionellen Veranstaltungen festgehalten werde und dafür immer Helfer zur Stelle seien, auch wenn der Reinerlös nicht eben üppig ausfalle. Gleichwohl werde speziell von jenem des Straßenfestes stets etwas gespendet - 2015 insgesamt 1050 Euro. Keine Beanstandungen hatten die Kassenprüfer Andreas Kreußer und Uwe Bamberger. „Alles ordnungsgemäß” attestierte Kreußer dem Kassierer.

Für die Theatergruppe hielt Stefan Kuhnhäuser Rückblick. Nach dem sehr erfolgreichen Stück „Polizeiwache 007” in der Saison 2014/15, wurde zum Jahreswechsel 2015/16 von Aufführungen abgesehen. Denn wegen der Kirchenrenovierung ist der Pfarrsaal den Gottesdiensten vorbehalten. Räumliche Alternativen wurden erwogen, doch wegen des hohen Aufwandes verworfen. So studierte man vornehmlich die Akteure anderer Theater und bereitete sich gedanklich auf die kommende Spielzeit vor: „Die Spieler sind heiß”, verkündete Kuhnhäuser, der hofft, dass sich wieder viele Helfer hinter den Kulissen einfinden.

„Die Kolpingsfamilie hält das Brauchtum hoch”, so Ortsvorsteherin Claudia Kemmer und meinte damit Aktivitäten wie Maibaustellen, Weinbrunnen und Straßenfest. Mit dem Erlös leiste die Gemeinschaft auch wertvolle Unterstützung für andere, weshalb sie hoffe, dass viels Nachwuchs zu Kolping stoße: „Es ist wichtig, dass wir unsere christliche abendländische Kultur und unseren Glauben erhalten und leben.” Überrascht zeigte sie sich von den vielen Veranstaltungen und dankte allen, die sich engagieren. „Sie leisten eine tolle Arbeit”, gratulierte sie und schlug die Entlastung des Vorstands vor, die einstimmig erteilt wurde.

Hatten Marta Kimmelmann und Walter Wendel bereits allen Mitgliedern, Helfern und Unterstützern gedankt, ging eine spezielle Ehrung an treue Mitglieder, namentlich an Beate Schober, Gabi Rabe, Johann Randolt, Norbert Büchold und Karl Halbmann (40 Jahre) sowie Susanne Kimmelmann-Fischer und Markus Wittmann (25 Jahre).

50 Jahre zurück in der Zeit ging Ehrenmitglied Philipp Kimmelmann, der einen Blick in die Kolpingchronik 1965 warf. Auch damals entsandte man Vertreter zum Kolpingtag, stellte eine „Kolping-Liste” für die Gemeinderatswahl auf, registrierte einen „kaum zu bewältigenden Ansturm” auf den Weinbrunnen und hat an Faschingstagen ein wenig „Unfug getrieben”.

Kommende Veranstaltungen wurden nun noch vorgestellt, neben den traditionellen Aktivitäten ein Halbtagesausflug nach Ochsenfurt oder der Jahresausflug nach Budapest, für den noch Plätze frei sind. Am Festzug bei den Heimattagen im September nimmt die Kolpingsfamilie teil und am 2. und 4. Dezember wird der 60. Geburtstag gefeiert. Dabei sollen dann auch die Gründungsmitglieder ganz besonders gewürdigt werden.

Das Schlusswort gehörte dem geistlichen Präses. Pater Basil warf einen Blick auf den aktuellen „geistigen und kulturellen Pluralismus”, der durch die Flüchtlingskrise hervortrete und „auch unsere Überzeugungen pluralisiert und polarisiert.” Als Mitglied der Kolpingsfamilie gelte es, auf das Menschenbild Adolph Kolpings zu achten: „Für ihn war die Hauptsache, dass jeder Mensch ein Kind Gottes ist”.

Kolping habe Familie und Halt im Leben geboten - was für die Mitglieder im Verein den Auftrag bedeute, Flüchtlingen zu helfen, Heimat und Frieden zu finden. Jeder könne seinen kleinen Beitrag dazu leisten, nach dem Motto „Kolping packt an - auf Kolping ist Verlass”.

Die Kolpingfamilie aus dem Bad Mergentheimer Stadtteil sei eine der tragenden Säulen der Gemeinde: „Ihr beweist das immer wieder”, dankte er allen Anwesenden für ihren vielfältigen Einsatz.

Thomas Weller, Fränkische Nachrichten, 22.03.2016, www.fnweb.de