Dekanat






Das katholische Dekanat Mergentheim ist das nördliche Dekanat der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Mit rund 18.000 Katholikinnen und Katholiken, die in 19 Gemeinden und vier Seelsorgeeinheiten kirchliches Leben vor Ort gestalten, gehört es zu den kleineren Dekanaten der Diözese. Es umfasst einen Teil des Landkreises Main-Tauber, dessen anderer Teil zur Erzdiözese Freiburg gehört.
An seinen "Außengrenzen" stößt das Dekanat Mergentheim an die Erzdiözese Freiburg, die Diözese Würzburg und die Erzdiözese Bamberg. Die benachbarten Dekanate der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind Hohenlohe und Schwäbisch Hall.

Während das Gebiet um die frühere Deutschordens- und Kreisstadt Bad Mergentheim katholisch geprägt ist, überwiegen insbesondere auf dem Gebiet der "Seelsorgeeinheit 3" im Osten die Anzahl der evangelischen Mitchristen.


Geschichte des Dekanats

Deutschordensschloss in Bad Mergentheim

Das alte Dekanat Mergentheim gehörte bis ins frühe 19. Jahrhundert zum Bistum Würzburg. Es wird bereits in der frühesten erhaltenen Auflistung der Dekanate aus der Mitte des 14. Jahrhunderts erwähnt und umfasste Pfarreien links und rechts der oberen Tauber. Die Reformation veränderte den Zuschnitt des Dekanats grundlegend, rund zwei Drittel der Pfarreien waren durch ihre Ortsherrschaften evangelisch geworden. 1608 umfasste das Dekanat nur noch 11 Pfarreien. Letztlich war es dem katholisch gebliebenen Deutschen Orden zu verdanken, dass das Dekanat fortbestehen konnte. Im Zuge der Gegenreformation kam es zur Gründung zusätzlicher Pfarreien. Weiteren Zuwachs brache die Eingliederung von achte Pfarreien, die bislang zum Bistum Mainz gehört hatten und die 1656 an Würzburg fielen. Insgesamt wuchs das Dekanat Mergentheim bis 1790 wieder auf 27 Pfarreien an.
Eine neuerliche Zäsur brachten die territorialen Umgestaltungen der napoleonischen Zeit, in die die Aufgebung des Hochstifts Würzburg (1803) und die Säkularisatuion des Gebiets des Deutschen Ordens in den Rheinbundstaaten (1809) fiel. Zu diesen beiden geistlichen Territorien hatten die meisten Pfarreien des Dekanats Mergentheim gehört. Das Dekanat wurde nun auf drei Staaten verteilt: 14 Pfarreien fielen an das Großherzogtum Baden, sechs Pfarreien kamen an Bayern. Mergentheim selbst und weitere sechs Pfarreien gelangten an das Königreich Württemberg, wo sie ein stark verkleinertes Dekanat Mergentheim bildeten. Sie wurden bereits 1811 um zwei Pfarreien aus dem alten Dekanat Krautheim (Bartenstein und Rengershausen) vermehrt, die  Pfarrei Bernsfelden kam aus dem Dekanat Ochsenfurt hinzu.
Seit der Zugehörigkeit zu der 1821 gegründeten Diözese Rottenburg blieb der Sprengel des Dekanats dann lange Zeit stabil. Zu einer Vermehrung der Pfarrstellen kam es durch Neugründungen innerhalb des Dekanatssprengels. Einen letzten Zuwachs löste der Zugang zahlreicher Heimatvertriebener nach dem Zweiten Weltkrieg aus, der die Gründung  der Pfarreien Gerabonn (1958), Schrozberg (1964), Weikersheim (1965) und Creglingen (1966) notwendig machte. 1965 führte die Bildung des Dekanats Crailsheim zur Abtretung der Pfarreien Bartenstein, Gerabronn und Schrozberg.
Seither zählt das Dekanat 18 Pfarreien. Von der Welle der Dekanatszusammenlegungen seit 2006, bei denen die Sprengel vielfach an die bestehenden Landkreise angepasst wurden, war das Dekanat Mergentheim, das als einziges Dekanat zum Landkreis Tauberbischofsheim gehört, nicht betroffen, so dass es seinen Anfang des 19. Jahrhundert erhaltenen räumlichen Zuschnitt im wesentlichen bis heute bewahrt hat.
                                                                                                                                                                                                                            Dr. phil. Herbert Aderbauer, Diözesanarchiv

Aufgaben des Dekanats




Die Dekanate haben als Mittlere Ebene pastorale und organisatorische Aufgaben.

Sie sollen:

  • diözesane Konzepte, Ziele und Prozesse vermitteln und umsetzen
  • Anliegen der Kirchengemeinden und wichtige Entwicklungen an die Diözesanleitung übermitteln
  • die kirchliche Arbeit in der Region vernetzen
  • die Seelsorge in den Kirchengemeinden durch besondere Dienste unterstützen
  • die Kirche in Politik, Kultur und Gesellschaft vertreten